Dienstag, 19. August 2014

Wie hindert man Neophyten daran sich weiter auszubreiten?

Ganz klar, wir essen sie einfach auf!  

Das ist kein Spass, das meine ich wirklich so. Im Frühjahr habe ich ein Rezept für einen Kuchen mit japanischem Staudenknöterich vorgestellt. 
Jetzt im Sommer, möchte ich das indische oder drüsige Springkraut     (Impatiens glandulifera)  ein wenig beschreiben. Es wurde  um 1840 vom Himalaja nach England  gebracht und hat sich von dort recht schnell in ganz Europa ausgebreitet.  
Die rosa oder weißen Blüten erinnern mich immer an Orchideen und den Duft, den sie verströmen riecht man schon vom Weitem. Sie werden von Insekten umschwirrt, denn die vielen Güllewiesen geben kaum noch Wildkräuter als Nahrung für sie her. Im Herbst kann man dann das zerspringen der Samenkapseln beobachten. Sie brauchen nur leicht angestoßen werden und die Samen fliegen bis zu 7 Meter weit, bis zu 4500 Samen kann eine Pflanze bilden, da braucht man sich doch nicht wundern das solch große Flächen von diesem Neophyten bevölkert werden.  
Um das zu verhindern kann die Pflanze nur vor der Samenbildung entfernt werden. 
Aber !  -  lässt man sie liegen, bilden sie an den Knotenpunkten am Stängel neue Wurzeln  und sie wächst an mehreren Stellen neu hoch.  Eine weiter Möglichkeit wäre es, die Blüten abzupflücken, denn wo keine Blüte ist, entsteht auch kein Samen mehr!  
Da kommt mal wieder mein Motto, des aufessen‘s ins Spiel. Die Blüten schmecken roh leicht nach Bananen, aber heute möchte ich euch ein Gelee aus ihnen vorstellen.
So geht es. Ein Litermaß mit Blüten randvoll füllen.  Dann die Blüten mit ca. 750 ml kochendem Wasser übergießen und das ganze über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag die Flüssigkeit, die nun eine rosa Farbe angenommen hat, durch ein Sieb in einen Topf  abgießen  und mit Apfel- oder Ananassaft auf 750 ml auffüllen.  Nun kommt Gelierzucker  2:1 dazu und noch der Saft einer halben Zitrone.  Alles aufkochen - nach Packungsanweisung ca 3 min kochen lassen und sofort in heiß ausgespülte Gläser abfüllen.  Die geschlossenen Gläser kurz auf den Kopf stellen  und fertig. 
Das beschriften nicht vergessen!  Eine mir bekannte Kräuterfrau nennt dieses Gelee „Balsaminchen“  nicht nur wegen des balsamischen Geschmacks sondern auch weil die Pflanze zu den  Balsaminengewächsen (Balsaminaceae) gehört.

Zum Springkraut wäre noch zu sagen, das auch die reifen, schwarzen Samen gut schmecken, sie sind nur etwas schwierig zu ernten, da sie ja wegspringen. Die Blüten können wie oben beschrieben als Gelee oder auch als Sirup für den Winter konserviert werden.  Auf das Essen der Blätter verzichten wir besser, im Laufe des Jahres werden sie leicht giftig und sicher gibt es Wildgemüse welches besser schmeckt.
Das war der leckere Teil, nun kommen wir zum heilkräftigen. 
Edward Bach hat sie zur „Bachblüte Namens Impatiens“ gemacht, sie hilft ungeduldigen, reizbaren, heftig, impulsiven, nervösen Menschen. Und kommt auch in den sogenannten ,Notfall Tropfen‘ vor.
Als Salbe sollen die Blüten bei Hämorrhoiden Linderung verschaffen.
Die Blüten helfen auch gegen Fußpilz, entweder frisch drauf gerieben oder zur Tinktur verarbeitet. Da heute schon viele Fungizide, also Mittel die Pilze bekämpfen, nicht mehr helfen, ist das doch mal ein Versuch wert. 
  

Liebe Grüsse 

    ❀      Anja





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