Montag, 27. Oktober 2014

Steckbrief


Beinwell 
Symphytum officinale

Familie
Raublattgewächse 

BOTANISCHER NAME
Boraginaceae


Volkstümliche Namen
BienenkrautHonigblume, Beinbrechwurz,


Blütezeit und Sammelzeit

blüht von Mai bis September

Die Wurzel wird im März-April, sowie Oktober-Dezember ausgegraben


Beschreibung
Die Blätter sind lanzettförmig, rau  behaart und wechselständig.
Die gelblich-weißen, rosa oder violetten Kelch-Blüten sitzen in überhängenden Trauben am behaarten, fleischigem Stängel. Die Wurzel ist dick, saftreich, schleimig, aussen schwarz und innen weiß. 
Sie gedeiht vor allem da wo es feucht ist und ist eine anspruchslose Pflanze. Die Wurzel kann bis zu 10kg schwer werden und vermehrt sich aus kleinsten Stückchen.

Wissenswertes
Symphythum = zusammenwachsen
Bein  =  Gebeine, Knochen,
Well   = zusammenwachsen

  „Nur die Dosis allein macht das Gift.“
Dieser Ausspruch von Paracelsus trifft auch auf den Beinwell zu, denn er enthält in geringen Dosen ein Alkaloid, das in Tierversuchen bei hohen und isolierten Gaben Leberschäden und Tumore verursachte.
Pyrrolizidin Alkaloide liegen im Beinwell mit einer Konzentration von 0,02-0,07 %  weit unterhalb der Schwelle, die für den Menschen gefährlich werden kann. Seit Jahrhunderten wird die Heilpflanze auch innerlich erfolgreich angewendet. Um aber alle Zweifel auszuschließen, sollte auf die innere Anwendung des Beinwells verzichtet werden, äußerlich bestehen keinerlei Bedenken.

Beinwell wird auch zum Mulchen, als Kompoststarter und als biologisches Düngemittel bzw. zur Pflanzenstärkung eingesetzt

Heilwirkungen
Bewegungsapparat, Kochen und Gelenke, Prellung, Zerrung, Verstauchung, Verspannung, Rheuma und Gicht, Knochenbrüche aber auch bei schlecht heilenden Wunden und Schuppenflechte

Anwendung
Wurzelbrei zu Umschlägen, Wurzel-Öl-Mazerat zu Salbe verkochen

Rezepte

Beinwell-Blätterauflage
Frische junge Blätter werden gebrochen – kurz heiß überbrühen und warm auflegen, mit einem Tuch oder Verband einbinden!

Beinwell-Breiauflage
Die frische Wurzel wird fein zu einem Brei verarbeitet (durch den Mixer drehen). Diesem Wurzelbrei werden einige Tropfen Maiskeimöl oder Weizenkeimöl beigefügt und gut gemischt. Dieser Brei wird auf ein Leinentuch gestrichen und auf die kranke Körperstelle gelegt. Mit Tuch oder Verband einbinden!

Die gut getrocknete Wurzel wird fein gemahlen und mit sehr heissem Wasser und etwas Maiskeimöl oder Weizenkeimöl zu einem Brei verrührt, auf ein Leinentuch gestrichen und warm auf die kranke Stelle gelegt. Mit Tuch oder Verband einbinden.

Beinwell-Badezusatz
Für Vollbad – ½ kg Beinwell-Blätter (frisch oder getrocknet) wird über Nacht in ca. 5 l Wasser kalt angesetzt. Am nächsten Tag wird der Ansatz bis zum Sieden erhitzt und die Flüssigkeit dem Badewasser beigegeben.
Für ein Sitzbad verwendet man die halbe Menge.

Beinwell-Salbe
Ca. 200 – 250 g Wurzeln werden gut gereinigt und fein zerkleinert und in ca. 250 g reinem Schweinedarmfett kurz ausgebraten. Über Nacht stehen lassen, am nächsten Tag anwärmen, durch ein Tuch seihen und auspressen. Die Salbe in reine Gefässe (Glas, Porzellan – kein Metallgefäss) abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren!
Diese Salbe eignet sich für die Wundbehandlung, Venenentzündungen u. ä.
Diese Salbe sollte immer frisch erzeugt werden und nicht älter als max. 3 Monate werden.


1 Kommentar:

  1. Seht interessant. Wusste bis jetzt nicht dass man mit Beinwell die Schuppenflechte natürlich behandeln kann. Ich bin dagegen Cortisonsalben und anderen Steroid-Cremes. Weiß ganz gut, dass gegen Hauterkrankungen Teebaumöl, Ringelblume und Aloe vera als Inhaltsstoffe der Naturprodukte eingesetzt werden.

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